Die kleine Henne

Es lebten einmal ein alter Mann und seine Frau. Sie hatten eine kleine Tatarenhenne, die in der Ecke unter dem Fenster ein Ei legte: gesprenkelt, spitz,…

Es lebten einmal ein alter Mann und seine Frau. Sie hatten eine kleine Tatarenhenne, die in der Ecke unter dem Fenster ein Ei legte: gesprenkelt, spitz, knöchern und sonderbar! Sie legte es auf ein Brettchen. Ein Mäuschen kam vorbei, zuckte mit dem Schwänzchen, das Brettchen fiel herunter und das Ei zerbrach.

Der alte Mann weinte, die alte Frau schluchzte, im Ofen loderte das Feuer, das Dach der Hütte wankte, und die kleine Enkelin erhängte sich vor Kummer. Die Frau, die die Abendmahlsbrote buk, kam vorbei und fragte, warum sie so weinten.

Die beiden Alten begannen zu erzählen:

»Wie sollen wir denn nicht weinen? Wir haben eine kleine Tatarenhenne, die in der Ecke unter dem Fenster ein Ei gelegt hat: gesprenkelt, spitz, knöchern und sonderbar! Sie legte es auf ein Brettchen. Ein Mäuschen kam vorbei, zuckte mit dem Schwänzchen, das Brettchen fiel herunter und das Ei zerbrach! Ich, der alte Mann, weine, die alte Frau schluchzt, im Ofen lodert das Feuer, das Dach der Hütte wankt, und die kleine Enkelin hat sich vor Kummer erhängt.«

Als die Abendmahlsbrotbäckerin das hörte, zerbrach sie sämtliche Brote und warf sie weg. Der Kirchendiener kam und fragte sie, warum sie die Brote weggeworfen habe.

Sie erzählte ihm von dem ganzen Unglück. Da lief der Kirchendiener zum Glockenturm und zerschlug alle Glocken.

Der Priester kam und fragte den Kirchendiener, warum er die Glocken zerschlagen habe.

Der Kirchendiener erzählte dem Priester von dem ganzen Unglück, und der Priester lief davon und zerriss sämtliche Bücher.

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