Auf des Hechtes Geheiß

Ein armer Handwerker lebte und arbeitete vom Morgen bis zum Abend, doch trotzdem hatte er nie genug zu essen. Eines Tages geriet am Brunnen ein großer Hecht in…

Ein armer Handwerker lebte und arbeitete vom Morgen bis zum Abend, doch trotzdem hatte er nie genug zu essen. Eines Tages geriet am Brunnen ein großer Hecht in seinen Eimer. Er ließ ihn frei, und der Hecht lehrte ihn die Worte: „Auf des Hechtes Geheiß, nach gutem Wunsch.“

Bei einem Fest verteilte die Prinzessin auf dem Platz Körbe mit Leckereien und ging versehentlich an dem Handwerker vorbei. Er fühlte sich gekränkt und flüsterte die Zauberworte. Die Körbe flogen ihm nach, und Bänder schlangen sich um seine Bank. Der Handwerker brachte sofort alles an seinen Platz zurück und entschuldigte sich. Der König, der das Geschehen auf dem Platz beobachtet hatte, bat ihn, die übrigen Leckereien in die Dörfer am Meer zu bringen; die Prinzessin wollte mitfahren, um sich selbst davon zu überzeugen, dass die Zauberkraft guten Taten diente.

Der Wind trug ihr rundes fassförmiges Boot mit Fenstern, Dach und Vorräten zu einer fernen grünen Insel. Als der Handwerker und die Prinzessin ans Ufer stiegen, erschien dort auf des Hechtes Geheiß ein heller Palast mit Garten und Teich, auf dem zwölf goldene Enten und ein silberner Erpel schwammen. Die Reisenden öffneten den Palast für alle, die Ruhe und Hilfe brauchten, und mit der Zeit gewannen sie einander lieb und wurden eine Familie.

Viele Jahre später fuhr der erwachsene Sohn des Handwerkers und der Prinzessin übers Meer und traf bei einer kaputten Mühle eine Prinzessin und ihren starken Freund. Statt sich zu duellieren, hoben die drei gemeinsam das schwere Mühlrad an und brachten die Mühle wieder zum Laufen. Die Prinzessin schlug vor, keinen Sieger zu bestimmen, sondern ein Team zu werden und weiter Gutes zu tun.

Als der König zu Besuch kam, wünschte der Handwerker vor aller Augen, dass eine goldene Ente unter dem Mantel des Königs erscheinen möge. Am Teich ließ er den Vogel sofort frei und erklärte: „Nun sieht man, wie leicht ein Unschuldiger beschuldigt werden kann, wenn man nur nach dem ersten Eindruck urteilt.“ Der König hörte der Prinzessin und dem Handwerker zu, entschuldigte sich, und die Familie versöhnte sich.

Read this tale on NeuroTales