Die Dorfvorsteherin

Es gab einmal eine beherzte Frau. Ihr Mann kam von der Dorfversammlung zurück, und sie fragte ihn: »Was habt ihr dort beraten?«

Es gab einmal eine beherzte Frau. Ihr Mann kam von der Dorfversammlung zurück, und sie fragte ihn:

»Was habt ihr dort beraten?«

»Was wohl! Wir waren dabei, einen Dorfvorsteher zu wählen.«

»Und wen habt ihr gewählt?«

»Noch niemanden.«

»Wählt mich«, sagte die Frau. Da ging ihr Mann wieder zur Versammlung — sie war bösartig, und er wollte ihr eine Lehre erteilen. Er sagte es den Ältesten, und die wählten die Frau sofort zur Dorfvorsteherin. Nun führte sie das Amt, entschied und ordnete an, trank mit den Bauern Wein und nahm Bestechungsgelder.

Es wurde Zeit, die Kopfsteuer einzutreiben. Die Vorsteherin schaffte es nicht, das Geld rechtzeitig zusammenzubringen. Ein Kosak kam und verlangte nach ihr, doch sie wollte sich verstecken: Als sie von seiner Ankunft hörte, lief sie eilig nach Hause.

»Wo soll ich mich nur verstecken, wo denn?«, sagte sie zu ihrem Mann. »Mein lieber Mann, steck mich in einen Sack, bind ihn zu und stell ihn dort zu den Getreidesäcken.«

Dort standen fünf Säcke Sommergetreide. Der Mann band den Sack mit der Vorsteherin zu und stellte ihn mitten zwischen die anderen Säcke. Der Kosak kam herein und sagte:

»Aha, die Vorsteherin hat sich versteckt!«

Und schon schlug er mit der Peitsche auf den Sack ein. Die Frau schrie aus voller Kehle:

»Ach, guter Mann, ich will keine Vorsteherin mehr sein, ich will keine Vorsteherin mehr sein!«

Der Kosak peitschte sie aus und ging fort. Die Frau gab das Amt auf und hörte von da an auf ihren Mann.

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