Die Geschichte vom Hecht mit den großen Zähnen
In der Nacht vor dem Johannistag erschien in der Scheksna ein kleiner Hecht mit erstaunlich großen Zähnen. Brassen, Barsche und Kaulbarsche schwammen herbei, um…
In der Nacht vor dem Johannistag erschien in der Scheksna ein kleiner Hecht mit erstaunlich großen Zähnen. Brassen, Barsche und Kaulbarsche schwammen herbei, um ihn anzusehen, und der Fährmann lachte vom Ufer aus: „Was für ein Hecht mit großen Zähnen!“ Seine Zähne glänzten, doch er selbst war neugierig. Der Hecht wuchs nicht von Tag zu Tag, sondern von Stunde zu Stunde und war bald der auffälligste Fisch im ganzen Fluss.
Der Hecht sauste gern zwischen den Schilfhalmen umher und schnappte als Erster nach allem Futter, das die Strömung herantrug. Die kleinen Fische erschraken vor seinen schnellen Wendungen und versteckten sich unter versunkenen Ästen. Der Hecht glaubte dagegen, alle bewunderten seine Geschicklichkeit. Niemand wurde verletzt, doch in der Scheksna wurde es ungewöhnlich still. Da versammelten sich die Fische an einem alten grünen Altwasser, um gemeinsam zu überlegen, was sie tun sollten.
Der Kaulbarsch Jorsch Jorschowitsch schlug vor, nicht zu streiten, sondern vorübergehend in die ruhigen Flüsse Sisma, Konoma und Slawenka umzuziehen. Die Brassen markierten den Weg mit Bläschen, die Barsche führten die Jungfische, und die Kaulbarsche bildeten den Schluss. Der Weg war lang, aber alle blieben zusammen. Als der große Schwarm fort war, blieb der Hecht allein zurück und hörte zum ersten Mal, wie leer das Wasser rauschte.
Ein alter Fischer bemerkte, dass die Fische verschwunden waren. Statt einer Angel senkte er eine markierte Holzstange in den Fluss, um Tiefe und Strömung zu prüfen. Gemeinsam mit dem Fährmann teilte er mit Schilf Bereiche zum Fressen, Spielen und ruhigen Ausruhen ab. Der Hecht schwamm näher. Er gab zu, dass er niemanden hatte vertreiben wollen, und versprach, das Futter zu teilen und in der Nähe der Jungfische langsamer zu schwimmen.
Jorsch Jorschowitsch führte die Fische in die Scheksna zurück. Der Hecht empfing jeden Schwarm an den Schilftoren und zeigte die sicheren Durchgänge. Bald füllten Brassen, Barsche und Kaulbarsche den Fluss wieder mit silbernen Spritzern. Der Hecht mit den großen Zähnen bewachte von nun an das stille Altwasser, damit die Strömung die Fischeier nicht forttrug. So sorgten die gemeinsamen Regeln dafür, dass alle im Fluss wieder friedlich zusammenlebten.